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Ratgeber · Dachfenster

Dachfenster: Kosten für Einbau und Austausch 2026

Ein altes Dachfenster gegen ein neues zu tauschen, kostet mit Einbau laut einem Hersteller im Schnitt 1.200 bis 1.800 Euro (ohne Angabe zur Mehrwertsteuer), laut Baukosteninformationszentrum im Mittel rund 2.600 Euro. Teurer wird es, wenn eine neue Öffnung ins Dach geschnitten wird oder Sie Ausstieg, Elektroantrieb oder Dachbalkon wählen. Hier finden Sie Preise nach Fensterart, den Unterschied zwischen Austausch und Neueinbau, das nötige Zubehör, die Uw-Werte für Gesetz und Förderung und wann Zuschuss oder Steuerbonus mehr bringt.

Stand: November 20269 Min. Lesezeit

≈ 1.200–2.600 €
für den Austausch eines Dachfensters inklusive Einbau (Herstellerspanne bzw. BKI-Mittelwert)
Uw ≤ 1,0
in W/(m²K) für den Steuerbonus – gesetzlich reichen 1,4; für den Zuschuss den Energieeffizienz-Experten fragen
15 % / 20 %
BAFA-Zuschuss oder Steuerbonus nach § 35c EStG – nur eins von beiden
Inhalt
  1. 01Preise nach Fensterart
  2. 02Austausch oder neue Öffnung im Dach
  3. 03Zubehör, das oft extra kostet
  4. 04Welcher Uw-Wert vorgeschrieben ist
  5. 05Zuschuss vom BAFA
  6. 06Steuerbonus statt Zuschuss
  7. 07Brauche ich eine Baugenehmigung?
  8. 08So läuft das Projekt ab
  9. 09Angebote richtig vergleichen
  10. 10Häufige Fragen

Preise nach Fensterart

Unabhängige Preisstatistiken je Fensterart gibt es kaum. Als Richtwert dienen die unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller. Velux nennt diese Spannen nur für das Fenster, ohne Einbau, inklusive Mehrwertsteuer (abgerufen am 4. November 2026):

  • Schwingfenster: klein (55 × 78 cm) aus Holz etwa 572 bis 780 Euro, aus Kunststoff etwa 700 bis 980 Euro
  • Klapp-Schwing-Fenster: in 78 × 140 cm aus Kunststoff etwa 1.241 bis 1.761 Euro, in 55 × 98 cm aus Holz etwa 830 bis 1.011 Euro, aus Kunststoff etwa 935 bis 1.211 Euro
  • Elektrisch: ein Elektro-Klapp-Schwing-Fenster in 78 × 140 cm etwa 1.985 bis 2.354 Euro. Es braucht einen Stromanschluss in der Nähe.
  • Solar: ab rund 1.035 Euro (inkl. Eindeckrahmen, ohne Einbau) in der kleinsten Größe, in 78 × 140 cm aus Holz etwa 1.486 bis 1.855 Euro. Solarfenster brauchen kein Kabel. Elektro- und Solarfenster schließen per Regensensor von selbst.

Roto nennt seine Empfehlungen netto. Mit 19 % Mehrwertsteuer gerechnet kosten Schwingfenster je nach Größe und Ausführung von ca. 730 bis ca. 2.450 Euro, Klapp-Schwing-Fenster von ca. 1.070 bis ca. 2.970 Euro und elektrische Schwingfenster von ca. 1.480 bis ca. 3.200 Euro (jeweils Einstiegspreis je Größe).

  • Ausstiegsfenster: Ein Wohndachausstieg kostet bei Roto inklusive Mehrwertsteuer von ca. 1.405 bis ca. 2.025 Euro (jeweils Einstiegspreis je Größe). Unterscheiden Sie reine Handwerkerausstiege von Fenstern mit Notausstieg: Nur bestimmte, größere Modelle erfüllen laut einem Hersteller die Anforderungen an einen Notausstieg.
  • Dachbalkon und Lichtband: Ein Dachbalkon kostet bei Velux ab gut 4.250 Euro inklusive Einbau- und Anschlussprodukten, zuzüglich Einbau. Lichtbänder und andere Kombinationen aus mehreren Fenstern haben keinen Pauschalpreis – hier hilft nur ein Angebot.

Austausch oder neue Öffnung im Dach

Den größten Unterschied macht, ob ein vorhandenes Fenster ersetzt oder eine neue Öffnung geschaffen wird.

  • Austausch: Velux nennt im Schnitt 1.200 bis 1.800 Euro inklusive Einbau (ohne Angabe zur Mehrwertsteuer). Das Baukosteninformationszentrum Deutscher Architektenkammern (BKI) kommt für den Austausch eines Dachflächenfensters auf rund 2.620 Euro brutto je Stück (Stand 4. Quartal 2025). Ein Dachdecker berechnet laut demselben Hersteller meist 80 bis 120 Euro pro Stunde, der Standardeinbau dauert 4 bis 6 Stunden.
  • Neueinbau: Die Dacheindeckung wird im Arbeitsbereich abgenommen, die Öffnung geschnitten und die Dämmung entfernt. Teilweise müssen Sparren gekürzt und Hilfssparren eingesetzt werden – ein sogenannter Wechsel. Danach werden Fenster und Eindeckrahmen eingebaut, die Dampfbremse angeschlossen, die Dämmung ergänzt und die Innenverkleidung hergestellt. Mehrere Fenster oder eine veränderte Öffnung brauchen 1 bis 2 Tage.
  • Zusatzkosten beim Neueinbau: Derselbe Hersteller rechnet beispielhaft mit rund 540 Euro zusätzlich: 50 Euro für die Entsorgung von Bauschutt, 240 Euro für zwei Stunden Statiker und 250 Euro Material für Innenausbau und Dämmung.

Ein Beispiel des Herstellers: Klapp-Schwing-Fenster aus Kunststoff, 78 × 140 cm, mit Eindeckrahmen sowie Dämm- und Anschluss-Set für 1.240 Euro, dazu 940 Euro für den Einbau – zusammen 2.180 Euro. Prüfen Sie bei solchen Beispielen den Uw-Wert: Für den Steuerbonus muss das ganze Fenster höchstens 1,0 erreichen (siehe unten).

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Zubehör, das oft extra kostet

  • Eindeckrahmen: Mit ihm wird das Fenster in die Dacheindeckung eingebaut – er gehört also zu jedem Einbau. Fragen Sie, ob er im Fensterpreis enthalten ist.
  • Dämm- und Anschluss-Set: sorgt für den Anschluss an Dämmung und Dampfbremse. Die Steuerregeln verlangen ausdrücklich eine luftdichte Ausführung mit möglichst wenig Wärmebrücken.
  • Innenfutter: verbindet das Fenster innen mit der Deckenverkleidung.
  • Sonnenschutz: bei Velux etwa Hitzeschutz-Markise ab 106 Euro, Verdunkelungsrollo innen ab 133 Euro, elektrischer Rollladen ab rund 524 Euro. Die Verbraucherzentrale rät, Sonnenschutz möglichst außen anzubringen: Dann gelangt die Sonne gar nicht erst in den Raum.

Welcher Uw-Wert vorgeschrieben ist

Seit dem 29. Juli 2026 gilt das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG), das das Gebäudeenergiegesetz abgelöst hat. Es legt fest, wie gut ein neues Dachfenster mindestens dämmen muss:

  • Dachfenster ersetzt oder neu eingebaut: Uw höchstens 1,4 W/(m²K)
  • Nur Scheibe oder Flügel ersetzt: Ug höchstens 1,1 W/(m²K)
  • Bagatellgrenze: Die Werte gelten nicht, wenn höchstens 10 % der Fläche der jeweiligen Bauteilgruppe des Hauses geändert werden.
  • Für den Steuerbonus: Uw höchstens 1,0 W/(m²K) (Verordnung zu § 35c EStG)
  • Für den Zuschuss: Das Fenster muss die technischen Mindestanforderungen der Förderung erfüllen – fragen Sie den Energieeffizienz-Experten nach dem nötigen Uw-Wert. Für die Förderung darf der vom Hersteller gemessene Wert verwendet werden.

Lassen Sie sich den Uw-Wert des ganzen Fensters ins Angebot schreiben – nicht nur den Wert der Verglasung.

Zuschuss vom BAFA

Dachfenster fördert das BAFA als Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle – auch wenn ein Fenster erstmals eingebaut wird. Es gelten die Regeln seit dem 21. Juli 2026:

  • Zuschuss: 15 % der förderfähigen Ausgaben
  • Grenzen: mindestens 300 Euro brutto, höchstens 30.000 Euro förderfähige Ausgaben je Kalenderjahr für die erste Wohneinheit
  • Bonus für Sanierungsfahrplan (iSFP): 5 % mehr, aber erst ab 30.000 Euro Ausgaben je Antrag und nur auf den Betrag darüber. Für ein oder zwei Dachfenster spielt er deshalb meist keine Rolle. Der für 2027 geplante Bonus für besonders schlecht gedämmte Häuser gilt nicht für Fenster.
  • Voraussetzungen: Bauantrag oder Bauanzeige des Hauses mindestens fünf Jahre alt, Antrag mit einem Energieeffizienz-Experten. Für den Zuschuss muss das Fenster die technischen Mindestanforderungen der Förderung erfüllen – fragen Sie den Energieeffizienz-Experten nach dem nötigen Uw-Wert.
  • Vertrag und Beginn: Stellen Sie den Antrag, bevor Sie den Auftrag fest vergeben. Beim Antrag muss ein Vertrag mit dem Betrieb vorliegen, der unter der Bedingung der Förderzusage geschlossen ist (aufschiebende oder auflösende Bedingung). Nach dem Antrag dürfen Sie vor der Zusage anfangen – aber auf eigenes Risiko.

Förderfähig sind auch nötige vorbereitende und wiederherstellende Arbeiten. Außenliegender Sonnenschutz wird ebenfalls gefördert; wird er zusammen mit geförderten Dachfenstern montiert, braucht er keinen eigenen Nachweis zum sommerlichen Wärmeschutz. Für Fachplanung und Baubegleitung durch einen unabhängigen Experten gibt es 50 %, im Ein- und Zweifamilienhaus auf bis zu 5.000 Euro Kosten.

Steuerbonus statt Zuschuss

Wer selbst im Haus wohnt, kann statt des Zuschusses 20 % der Kosten von der Einkommensteuer abziehen (§ 35c EStG). Beides für dasselbe Fenster geht nicht.

  • Verteilung: 7 % im Jahr des Abschlusses, 7 % im Folgejahr, 6 % im Jahr danach; höchstens 40.000 Euro je Haus oder Wohnung
  • Voraussetzungen: Haus älter als zehn Jahre, ausschließlich selbst bewohnt, Einbau durch ein Fachunternehmen mit Bescheinigung nach amtlichem Muster, Dachfenster höchstens Uw 1,0
  • Rechnung und Zahlung: Rechnung auf Deutsch mit Adresse des Hauses, Zahlung auf das Konto des Betriebs
  • Frist: Beginn nach dem 31.12.2019, Abschluss vor dem 01.01.2030
  • Energieberater: Beauftragen Sie einen vom BAFA zugelassenen Energieberater mit der Begleitung, sinkt die Steuer um 50 % seiner Kosten.

Beispiel für ein Dachfenster mit 2.600 Euro Kosten: Der BAFA-Zuschuss beträgt 390 Euro. Der Steuerbonus bringt 520 Euro, verteilt auf drei Jahre (182, 182 und 156 Euro) – aber nur, wenn Sie so viel Einkommensteuer zahlen. Für den Zuschuss brauchen Sie zusätzlich einen Energieeffizienz-Experten, für den Steuerbonus reicht die Bescheinigung des Betriebs.

Erfüllt das Fenster die Werte nicht oder ist das Haus jünger als zehn Jahre, bleibt der Handwerkerbonus nach § 35a EStG: 20 % der Arbeitskosten, höchstens 1.200 Euro im Jahr, nur mit Rechnung und Überweisung. Er ist ausgeschlossen, wenn Sie für dieselbe Maßnahme einen Zuschuss, einen zinsverbilligten Kredit oder § 35c nutzen. Ab 2027 will die Bundesregierung ihn auf 15 % und höchstens 900 Euro senken. Der Bundestag hat den Entwurf am 8. Oktober 2026 in erster Lesung beraten; beschlossen ist er noch nicht (Stand 4. November 2026).

Brauche ich eine Baugenehmigung?

Für ein Fenster in der Dachfläche meist nicht. Die Regeln stehen in der Bauordnung Ihres Bundeslands. In Bayern zum Beispiel sind Fenster und die dafür bestimmten Öffnungen verfahrensfrei (Art. 57 BayBO). Trotzdem können Vorgaben gelten:

  • Bebauungsplan: Ein Bebauungsplan oder eine Gestaltungssatzung kann zum Beispiel Größe und Zahl der Dachfenster vorgeben.
  • Denkmalschutz: In Bayern braucht, wer ein Baudenkmal verändert, eine Erlaubnis – unter Umständen auch für Arbeiten in der Nähe eines Denkmals. Bei einem Baudenkmal fragen Sie vorab die Denkmalbehörde.
  • Gauben: Für Gauben und andere Dachaufbauten gelten eigene Regeln. Sie sind oft genehmigungspflichtig oder nur unter Bedingungen verfahrensfrei.
  • Rettungsweg: Soll das Fenster als zweiter Rettungsweg dienen, gelten Mindestmaße – in Bayern mindestens 0,60 × 1 m, höchstens 1,20 m über dem Fußboden und höchstens 1 m von der Traufkante entfernt, in Berlin 0,90 × 1,20 m.

Klären Sie im Zweifel vor dem Auftrag beim Bauamt Ihrer Gemeinde, was für Ihr Haus gilt.

So läuft das Projekt ab

  • 1. Eckdaten klären: Dachform, Zahl der Fenster, Öffnungsart, Verglasung, Bedienung und ob alte Fenster ausgebaut werden sollen. Mit genau diesen Fragen beginnt die Anfrage oben – zuerst mit der Dachform. Für flache Dächer gibt es eigene Flachdachfenster.
  • 2. Förderweg wählen: Zuschuss, Steuerbonus oder Handwerkerbonus. Für den Zuschuss den Energieeffizienz-Experten einbinden, bevor Sie unterschreiben.
  • 3. Angebote einholen: Mehrere vergleichbare Angebote nach Aufmaß, mit Uw-Wert und allen Nebenarbeiten.
  • 4. Vertrag und Antrag: Für den Zuschuss den Vertrag unter der Bedingung der Förderzusage schließen und den Antrag stellen, bevor Sie den Auftrag fest vergeben.
  • 5. Einbau: bei intaktem Dach etwa einen halben bis zwei Tage
  • 6. Nachweise: Rechnung mit getrennt ausgewiesenen Arbeitskosten aufheben, für § 35c die Bescheinigung des Fachbetriebs geben lassen und überweisen.

Angebote richtig vergleichen

  • Uw-Wert des FenstersFür den Steuerbonus höchstens 1,0 W/(m²K) für das ganze Fenster, nicht nur für das Glas. Für den Zuschuss den nötigen Wert beim Energieeffizienz-Experten erfragen.
  • Rahmen und AnschlussSind Eindeckrahmen, Dämm- und Anschluss-Set und Innenfutter im Preis enthalten?
  • Neue ÖffnungBei einem Neueinbau nach Wechsel, Statik, Innenverkleidung und Entsorgung des Bauschutts fragen.
  • Sonnenschutz gleich mitAußenliegender Hitzeschutz lässt sich mit dem Fenster einbauen und mitfördern.
  • Richtige HöheEin Hersteller empfiehlt eine Unterkante um 90 cm über dem Boden, bei Klapp-Schwing-Fenstern eher 120 cm, und eine Oberkante um 2 m.
  • Arbeitskosten getrenntLassen Sie Arbeits- und Materialkosten getrennt ausweisen – wichtig für den Steuerbonus.

Häufige Fragen

Was kostet es, ein Dachfenster auszutauschen?

Mit Einbau laut einem Hersteller im Schnitt 1.200 bis 1.800 Euro (ohne Angabe zur Mehrwertsteuer); das BKI nennt rund 2.620 Euro brutto je Stück (Stand 4. Quartal 2025). Größe, Verglasung, Antrieb und Zubehör machen den Unterschied.

Was kostet ein Dachfenster, wenn das Dach neu geöffnet wird?

Zum Fenster und Einbau kommen Arbeiten am Dachstuhl, an Dämmung und Innenverkleidung. Ein Hersteller rechnet beispielhaft mit rund 540 Euro mehr für Bauschutt, Statiker und Material. Bei Sparren, die gekürzt werden müssen, kann es mehr sein.

Welchen U-Wert braucht ein Dachfenster für die Förderung?

Für den Steuerbonus Uw höchstens 1,0 W/(m²K). Für den BAFA-Zuschuss muss das Fenster die technischen Mindestanforderungen der Förderung erfüllen – fragen Sie den Energieeffizienz-Experten nach dem nötigen Uw-Wert. Gesetzlich reichen 1,4.

Lohnt sich für ein Dachfenster eher der Zuschuss oder der Steuerbonus?

Der Steuerbonus bringt 20 % statt 15 % und braucht keinen Energieeffizienz-Experten, setzt aber ein selbst bewohntes, mehr als zehn Jahre altes Haus und genug Einkommensteuer voraus. Beides zusammen geht nicht.

Brauche ich für ein Dachfenster eine Baugenehmigung?

Meist nicht. Ausnahmen können ein Bebauungsplan, Denkmalschutz oder Gauben sein. Fragen Sie im Zweifel vorab beim Bauamt.

Kann ich den Einbau als Handwerkerleistung absetzen?

Ja, 20 % der Arbeitskosten, höchstens 1.200 Euro im Jahr – aber nur, wenn Sie für dasselbe Fenster weder Zuschuss noch zinsverbilligten Kredit noch § 35c nutzen.

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Stand: November 2026 · Quellen anzeigen

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