Wärmepumpe: Kosten 2026 für Anschaffung, Einbau und Betrieb
Angebote für eine Luftwärmepumpe im Einfamilienhaus reichen mit Einbau von rund 20.000 bis über 60.000 Euro. Dazu kommen Strom und Wartung. Hier sehen Sie, was die einzelnen Posten kosten, wie Sie Ihre Stromkosten selbst überschlagen und wie die Rechnung im Vergleich zur Gasheizung aussieht.
Stand: November 20267 Min. Lesezeit
Inhalt
- 01Was kostet eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus?
- 02Einbau und Nebenkosten: was oft nicht im Angebot steht
- 03Wärmepumpe im Altbau: Was die Kosten treibt
- 04Stromkosten der Wärmepumpe: so rechnen Sie selbst
- 05Wärmepumpentarif und Netzentgelt: so sinken die Stromkosten
- 06Wartung und laufende Kosten
- 07Vergleich mit der Gasheizung (Beispiel)
- 08Förderung in Kürze
- 09Worauf Sie achten sollten
- 10Häufige Fragen
Was kostet eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus?
Eine Modellrechnung der Prognos AG für den Bundesverband Wärmepumpe (April 2026) zeigt die Größenordnung. Angenommen ist ein unsaniertes Einfamilienhaus mit 150 m², gebaut zwischen 1984 und 1994, mit einer Heizleistung von 11,3 kW:
- Luftwärmepumpe (Luft-Wasser): rund 41.556 Euro mit allen Nebenarbeiten, davon 33.018 Euro für die Wärmepumpe selbst
- Erdwärmepumpe mit Sonde (Sole-Wasser): rund 52.543 Euro mit allen Nebenarbeiten, davon 13.525 Euro für die Erdsonden
- Lebensdauer in der Rechnung: 18 Jahre für die Luftwärmepumpe, 20 Jahre für die Erdwärmepumpe und 50 Jahre für die Sonde
Echte Angebote streuen stark. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat 160 Angebote für Luftwärmepumpen im Einfamilienhaus ausgewertet: von rund 20.000 bis über 60.000 Euro. Bei rund 60 Angeboten, die der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg vorlagen, waren es 29.000 bis 62.000 Euro. Das Gerät allein kostete im Test der Stiftung Warentest laut Liste rund 14.000 bis 20.354 Euro; Fachbetriebe bekommen meist Rabatt.
Einbau und Nebenkosten: was oft nicht im Angebot steht
Nur etwa jedes vierte der 160 Angebote aus Rheinland-Pfalz enthielt alle wichtigen Leistungen. Diese Posten sollten Sie prüfen:
- Arbeitslohn: rund 2.350 bis 12.500 Euro, im Schnitt rund 7.000 Euro – nur in gut 60 % der Angebote einzeln ausgewiesen
- Warmwasser: rund 500 bis fast 10.000 Euro, im Schnitt rund 2.600 Euro
- Fundament und Elektrik: zusammen rund 700 bis über 10.000 Euro; oft als „bauseits“ ausgewiesen, also nicht im Preis
- Heizkörpertausch: fehlte in fast 90 % der Angebote. Größere Heizkörper senken die nötige Vorlauftemperatur – das macht die Wärmepumpe sparsamer.
- Hydraulischer Abgleich: fehlte in jedem fünften Angebot. Für die KfW-Förderung muss das Heizsystem optimiert werden, etwa durch einen hydraulischen Abgleich.
- Zweiter Stromzähler: für einen Wärmepumpentarif: einmalige Kosten für den Zähler und ein monatlicher Grundpreis, teils auch Umbauten an der Elektrik
- Erdbohrung: nur bei der Erdwärmepumpe; in der Modellrechnung oben rund 13.525 Euro für die Sonden
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Wärmepumpe im Altbau: Was die Kosten treibt
Das Fraunhofer ISE hat 77 Wärmepumpen in bestehenden Ein- bis Dreifamilienhäusern vier Jahre lang gemessen. Die Jahresarbeitszahl (JAZ) sagt, wie viele Kilowattstunden Wärme aus einer Kilowattstunde Strom werden:
- Luftwärmepumpen: im Schnitt JAZ 3,4 – die Spanne reichte von 2,6 bis 4,9
- Erdwärmepumpen: im Schnitt JAZ 4,3 – die Spanne reichte von 3,6 bis 5,4
Je niedriger die Vorlauftemperatur, desto weniger Strom braucht die Pumpe: Jedes Grad weniger verbessert die Effizienz um etwa 3 bis 4 %. Im Altbau entscheiden deshalb oft die Heizkörper, ob die Stromrechnung niedrig bleibt. Laut Fraunhofer ISE können ausreichend große Heizkörper im Schnitt mit ähnlich niedrigen Temperaturen arbeiten wie eine Fußbodenheizung.
Stromkosten der Wärmepumpe: so rechnen Sie selbst
Die Verbraucherzentrale NRW nennt eine einfache Faustregel: Nehmen Sie Ihren bisherigen Heizverbrauch in kWh (bei Heizöl: Liter mal zehn) und teilen Sie ihn durch die erwartete Jahresarbeitszahl. Das Ergebnis ist der ungefähre Stromverbrauch der Wärmepumpe.
Beispielannahme: Ihr Haus braucht bisher 20.000 kWh Gas im Jahr. Strompreise: Wärmepumpentarif 21,38 Cent je kWh (Durchschnitt laut Stiftung Warentest, Grundpreis eingerechnet), Haushaltsstrom 37,3 Cent (Durchschnitt 2026 laut BDEW).
- Luftwärmepumpe, JAZ 3,4: rund 5.882 kWh Strom: etwa 1.258 Euro im Jahr mit Wärmepumpentarif, etwa 2.194 Euro mit Haushaltsstrom
- Erdwärmepumpe, JAZ 4,3: rund 4.651 kWh Strom: etwa 994 Euro im Jahr mit Wärmepumpentarif, etwa 1.735 Euro mit Haushaltsstrom
- Schlecht eingestellte Anlage, JAZ 2,6: rund 7.692 kWh Strom: etwa 1.645 Euro im Jahr mit Wärmepumpentarif
Die Werte sind eine grobe Schätzung. Der echte Verbrauch hängt von Gerät, Wetter, Dämmung und Einstellung ab.
Wärmepumpentarif und Netzentgelt: so sinken die Stromkosten
- Wärmepumpentarif: Laut Stiftung Warentest (Oktober 2026) kosteten günstige Tarife im Schnitt 21,38 Cent je kWh für Anlagen ab 2024 und 21,83 Cent für ältere – Haushaltsstrom liegt oft über 30 Cent. Nötig ist ein eigener Zähler.
- Netzentgelt Modul 1: Ihr Netzbetreiber darf die Wärmepumpe bei Engpässen drosseln, aber nie unter 4,2 kW. Dafür gibt es pauschal weniger Netzentgelt: im Schnitt rund 150 Euro brutto im Jahr, je nach Netzgebiet 106 bis 210 Euro (Stand 2024).
- Netzentgelt Modul 2: Mit eigenem Zähler sinkt der Netzentgelt-Arbeitspreis um 60 %. Beispiel der Verbraucherzentrale: Bei 6.000 kWh im Jahr und 10 statt 4 Cent Netzentgelt sparen Sie 360 Euro. Das lohnt sich grob ab etwa 4.000 kWh im Jahr.
- Modul 3: Seit April 2025 sind zusätzlich zeitlich gestaffelte Netzentgelte möglich. Das Modul wechseln können Sie einmal im Jahr. Modul 3 gibt es nur zusammen mit Modul 1 und mit Smart Meter.
Wartung und laufende Kosten
Für die jährliche Wartung rechnet die Verbraucherzentrale NRW mit etwa 150 bis 300 Euro. Bei reinen Wärmepumpen entfällt der Besuch des Schornsteinfegers. Bei Wartungsverträgen mit Festpreis lohnt der Blick, ob alle nötigen Arbeiten enthalten sind. Mit Wärmepumpentarif kommt der Grundpreis für den zweiten Zähler dazu.
Vergleich mit der Gasheizung (Beispiel)
Beispielannahme wie oben: 20.000 kWh Gas im Jahr. Neue Gasverträge für Einfamilienhäuser kosteten 2026 bisher im Schnitt 12,23 Cent je kWh (BDEW, Oktober 2026). Das sind rund 2.446 Euro im Jahr. Die Luftwärmepumpe mit JAZ 3,4 und Wärmepumpentarif kommt in diesem Beispiel auf rund 1.258 Euro Strom, mit Haushaltsstrom auf rund 2.194 Euro. Wartung und einmalige Zählerkosten sind nicht eingerechnet.
Im Gaspreis steckt der CO2-Preis. Er liegt 2026 in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne. Der Bundestag hat am 15. Oktober 2026 beschlossen, dass dieser Korridor auch 2027 gilt. Ab 2028 soll der europäische Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (ETS 2) starten; wie hoch der Preis dann ist, steht noch nicht fest.
Wichtig: Der Vergleich zeigt nur die Energiekosten. Ob sich die Wärmepumpe für Sie rechnet, hängt auch von Anschaffung, Förderung, Ihrem Haus und den Preisen der nächsten Jahre ab.
Förderung in Kürze
Die KfW zahlt mit dem Zuschuss 458 30 % Grundförderung, dazu 16 % Klimageschwindigkeitsbonus für Selbstnutzer beim Tausch einer alten fossilen Heizung und 10 bis 40 % Einkommensbonus. Insgesamt höchstens 70 %, bei niedrigem Einkommen bis 80 %, auf höchstens 28.000 Euro Kosten im Einfamilienhaus. Ab 1. Februar 2027 sinken Bonus und Höchstbetrag schrittweise. Für Wärmepumpen, die außerhalb der EU hergestellt werden, könnte die Grundförderung laut KfW ab 2027 auf 15 % sinken; Details stehen noch aus.
Rechenbeispiel: Für die Luftwärmepumpe aus der Modellrechnung (41.556 Euro) gibt es mit 46 % auf 28.000 Euro einen Zuschuss von 12.880 Euro. Selbst zahlen Sie dann rund 28.676 Euro. Alles zu Boni, Fristen und Landesprogrammen siehe unseren Ratgeber Heizungsförderung 2026.
Worauf Sie achten sollten
- Angebote vollständig vergleichenAchten Sie auf Arbeitslohn, Warmwasser, Fundament, Elektrik, Heizkörper, hydraulischen Abgleich sowie Ausbau und Entsorgung der alten Heizung.
- JAZ ins Angebot schreiben lassenLassen Sie sich die erwartete Jahresarbeitszahl für Ihr Haus nennen. Sie bestimmt Ihre Stromkosten.
- Stromtarif früh klärenOb sich ein eigener Zähler für Wärmepumpentarif und Modul 2 lohnt, hängt von Ihrem Verbrauch ab.
- Erst Antrag, dann BaubeginnSchließen Sie den Vertrag mit der Bedingung „vorbehaltlich KfW-Zusage“, stellen Sie dann den Antrag. Erst danach dürfen die Arbeiten beginnen.
Häufige Fragen
Was kostet eine Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus?
Angebote für Luftwärmepumpen mit Einbau reichen von rund 20.000 bis über 60.000 Euro. Eine Modellrechnung für ein unsaniertes Einfamilienhaus kommt mit allen Nebenarbeiten auf rund 41.556 Euro für die Luftwärmepumpe und rund 52.543 Euro für die Erdwärmepumpe – vor Abzug der Förderung.
Was kostet eine Erdwärmepumpe mehr als eine Luftwärmepumpe?
Vor allem die Bohrung. In der Modellrechnung kosten die Erdsonden rund 13.525 Euro. Dafür arbeiten Erdwärmepumpen effizienter: im Feldtest des Fraunhofer ISE im Schnitt mit JAZ 4,3 statt 3,4.
Wie hoch sind die Stromkosten einer Wärmepumpe?
Teilen Sie Ihren bisherigen Heizverbrauch in kWh durch die Jahresarbeitszahl. Beispiel: 20.000 kWh durch 3,4 ergibt rund 5.882 kWh Strom – mit Wärmepumpentarif etwa 1.258 Euro im Jahr, mit Haushaltsstrom etwa 2.194 Euro.
Lohnt sich ein eigener Wärmepumpentarif?
Das hängt von Ihrem Verbrauch ab. Günstige Wärmepumpentarife lagen 2026 bei rund 21,4 Cent je kWh, Haushaltsstrom im Schnitt bei 37,3 Cent. Dafür brauchen Sie einen zweiten Zähler mit eigenem Grundpreis. Mit Modul 2 nach § 14a EnWG sinkt zusätzlich das Netzentgelt.
Ist eine Wärmepumpe im Altbau teurer im Betrieb?
Nicht unbedingt. Im Feldtest des Fraunhofer ISE erreichten Luftwärmepumpen in bestehenden Häusern im Schnitt eine JAZ von 3,4. Entscheidend ist eine niedrige Vorlauftemperatur – manchmal reicht dafür der Tausch einzelner Heizkörper.
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